Schüler stürmten mobiles Museum
Noch sehr einsam stand das StattMuseum am gestrigen Morgen um 10 Uhr auf dem Schulhof des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Im Rahmen der Local-Hero-Woche machten Rosi Wolf-Laberenz und ihr mobiles Museum Station am GSG.
„Wir haben diesen Ort ausgewählt, weil er direkt neben dem alten Rittergut Haus Hove liegt, aber auch weil es in dieser Woche umd die lokalen Helden geht, da gehören Schüler und Schule natürlich mit dazu.“
Nach der anfänglichen Zurückhaltung erlebte das StattMuseum in der 2. Pause einen wahren Schüleransturm. Besonders interessierten sich die Kinder für die alten Zeugnisse und Schiefertafeln. Eine historische Zeitung „Kristall“ aus dem Jahr 1958 kündigte an, dass Schalke 04 damals um die Meisterschaft spielte. Die Fußballfans unter den Kindern, alles BVB-Anhänger, amüsierte das köstlich, denn nach 1958 wurden die Schalker nie wieder Meister. Sechs Schüler der 7a faszinierte das Kunstwerk einer Wengeraner Fotografin, die alle Bänke der Stadt fotografiert hat. Und zwar die Ansicht der Bank und die Aussicht, die man genießen kann, wenn man auf der Bank sitzt. Hier konnten die Kinder „ihre“ Bänke entdecken.
Der alte Lebensmittel-Lieferwagen, in dem das mobile Museum von Ort zu Ort fährt, birgt aber noch viele weitere Schätze. Alte Poesiealben, eine liebevoll gepflegte Sammlung histroischer Briefe und Postkarten, Zeichnungen der „Freiheit“ aus den 50er Jahren, ein Dreibein zum Schuhbesohlen, welches Anno Dazumal fast jede Familie besaß, da die Arbeit des Schuster schwer zu bezahlen war, und vieles mehr. „Je nach Ort werden die Ausstellungsstücke ausgetauscht und ergänzt“, erklärte Rosi Wolf-Laberenz, „hier, genüber von Haus Hove haben wir natürlich Stücke, die sich mit der Geschichte des Rittergust befassen.“ Das freute besonders Friedel Hohmann, den Besitzer des historischen Teils von Haus Hove. „Hier im StattMuseum habe ich Fotos entdeckt, die mir noch in meiner Sammlung fehlen!“ Morgen steht das StattMuseum von 16 bis 20 Uhr an der Alten Kapelle, Grundschötteler Straße 48-50.
16.11.2010, Natalie Maag-Waniek






